Artikel | Kommentare


"So wie ein gut verbrachtes Tagwerk einen angenehmen Schlaf gibt, so gibt ein wohl angewandtes Leben einen heiteren Tod"

(Leonardo da Vinci)

Sie sind hier: über mich / aus meiner Feder / Politik – Spiritualität

Wandel im Außen bedingt Wandel im Innen und umgekehrt

Immer mehr Menschen haben ein „Grummeln im Bauch”, klagen mehr oder weniger bewusst über Vereinsamung und mangelnden Sinn in ihrem Leben. Sie betäuben sich durch maßlosen, fast dekadenten Konsum oder asketische Weltflucht. Individuelle Entwicklung hilft lediglich, diese Welt besser auszuhalten – Sinn entsteht erst durch sich Einlassen auf andere Menschen und die verantwortliche Gestaltung gesellschaftlicher Lebensbereiche.

Das grundlegende Problem unserer Zeit ist der irrige Glaube, wir seien „nur” von dieser Welt. Dabei sind wir Teil eines größeren Ganzen, den wir als Mensch nicht verstehen können (= vierte und endgültige narzisstische Kränkung des Menschen).

Viele Menschen engagieren sich politisch oder sozial, um gesellschaftliche Veränderungen zu erwirken. Doch sie selbst stellen sich selbst nicht in Frage, wollen sich selbst nicht verändern. Sie wollen Steuermänner/frauen sein und verstehen nicht, dass sie selbst auch Teil des Systems sind, das sie verändern wollen (vgl. Frederic Vester: Die Kunst vernetzt zu denken). Tiefgreifende Veränderungen können so nicht erwirkt werden – es bräuchte eine ganzheitlich-biokybernetische Herangehensweise.

Ebenso viele Menschen beschäftigen sich mit ihrem inneren Wachstum und beschränken sich auf ihre persönliche Entwicklung. Sie ringen um einen individuellen Zustand, in dem sie unabhängig gesellschaftlicher Missstände Glück empfinden können. Auch dies muss scheitern, wenn dieses Glück nicht in Verbindung mit dem Außen gebracht wird (vgl. Krishnamurti: Einbruch in die Freiheit).

Beide Ansätze – jeweils isoliert – machen verdrossen oder enden in Machtmissbrauch, bzw. in Materialismus. Statt also entweder politischem Engagement oder spiritueller Entwicklung ist die Synthese aus beiden Wegen die Lösung: Politische Gruppen brauchen Anstöße zur eigenen Reflektion, warum sie sich überhaupt mit gerade diesem Thema auseinandersetzen. Spirituelle Gruppen brauchen konkrete Projekte als Anwendungsmöglichkeit für die Umsetzung hin zum Wir.


Eine Antwort hinterlassen

Zum Kommentieren muss man angemeldet sein

Kategorien


  • anderswo aufgelesen

    safebook – Das Private soll wieder privat werden

    Ein Juniorprofessor aus Darmstadt tritt gegen Facebook an. Er baut „Safebook“ – ein dezentrales Netzwerk, ... mehr


    Kollektive Intelligenz

    Livestream-Aufzeichnung eines Gesprächs, das Digital Natives am 15. Jan 2009 mit Prof. Peter Kruse führten.
    ... mehr


    aktuelle Videos / Audios

    Blog (allgemein)

    Suche Job!

    Ich würde gern mit Menschen arbeiten und freue mich über jede Idee, jeden Vorschlag.
    ... mehr


    Alltag und Zufall

    Der amerikanische Philosoph Ken Wilber sprach davon, dass spirituelle Praxis gar nicht zur Erleuchtung führen kann, ... mehr


    Archive